Wie wird geforscht?

Wie wird geforscht?

 

Ahnenforschung ist Quellenforschung

Ahnenforschung besteht aus einer systematischen und akribischen Auswertung von Daten und Dokumenten, bei der sich der Forscher Schritt für Schritt – und Generation für Generation – in die Vergangenheit bewegt. Am Anfang der Forschungsarbeiten steht eine möglichst umfassende Zusammenstellung der in der zu erforschenden Familie vorhandenen Dokumente und Informationen. Dabei gilt es, zumindest wesentliche Daten – wie beispielsweise Name, Geburtsdaten, Beruf, Religionszugehörigkeit, Hochzeiten und Scheidungen, Sterbedaten – zu erfassen. In der Regel sind diese für die Eltern und Großeltern verfügbar, bisweilen auch darüber hinaus.

 

Sind die vorhandenen Daten erschöpft, fängt die eigentliche Arbeit der Ahnenforschung an. Wichtige Quellen für die Forschung sind Standesamtsdaten, Kirchenbücher sowie private und staatliche Archive. Standesamtsdaten reichen in Deutschland regelmäßig bis in die 1870er zurück. Kirchenbücher beginnen in Deutschland zu unterschiedlichen Zeiten, meist reichen sie aber nur bis in die Mitte des 17. Jahrhunderts zurück. Archive bieten die Möglichkeit, weitere historische Dokumente – wie beispielsweise Lehn-, Steuer- und Gerichtsbücher – auszuwerten. Dadurch können bisweilen auch Vorfahren ausfindig gemacht werden, die vor der Einführung der Kirchenbücher lebten, oder aber zusätzliche Informationen zu bereits ermittelten Vorfahren gewonnen werden.

 

Forschungsbudgets, Quellenlage und Reichweite von Ahnenforschung

 

Je weiter der Forscher versucht, in die Vergangenheit vorzudringen, desto schwieriger und langwieriger wird es. Insbesondere die Arbeit mit Kirchenbüchern oder in Archiven verlangt Zeit, Ausdauer und oft spezielle Kenntnisse, wie beispielsweise der Sütterlinschrift. Zum eigenen Forschungsaufwand kommen noch die Bearbeitungszeiten und -kosten der Archive. Sofern Quellen vorhanden sind, ist es letztlich eine Frage des Budgets, wie weit Ahnenforschung kommen kann. Grundsätzlich gilt: je weiter oder breiter, desto teurer. Und je tiefer man in die Vergangenheit stößt, desto kostspieliger der nächste Schritt in noch frühere Zeiten. Der Aufwand für jeden einzelnen Schritt hängt überdies immer von der spezifischen Daten- und Quellenlage der zu erforschenden Familie ab. Gleiches Budget bedeutet also nicht unbedingt gleiche Forschungsreichweite.

 

Nicht nur das Budget begrenzt die Reichweite der Ahnenforschung. Speziell in Deutschland haben oft Kriege dazu geführt, dass Archive oder Dokumente zerstört wurden. So ging beispielsweise das preußische Militärarchiv im Zweiten Weltkrieg weitgehend verloren. Eine oft unüberwindliche Schwelle bildet insbesondere der Dreißigjährige Krieg.

 

Wie weit geht's?

 

Einen realistischen Eindruck der möglichen Reichweite von Ahnenforschung angesichts der Beschränkungen von Budgets, Quellen und bisweilen wohl auch Forschungskenntnissen vermittelt der Global Family History Report 2014, der von Ancestry veröffentlicht wurde. Gut zwei Drittel der Befragten gab an, ihre Familiengeschichte bis maximal 1800 zurückverfolgen zu können. Rund ein Drittel kam jenseits von 1800. Nur 16% konnten Vorfahren vor 1700 ermitteln.

 

 

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